Der Botanische Garten in der Siesmayerstraße gehört seit 2012 zum Palmengarten. Begründet wurde er durch Dr. Johann Christian Senckenberg, seine Geschichte reicht bis 1763 zurück. Er ist damit der erste und älteste wissenschaftliche Garten in unserer Stadt. Drei verschiedene Standorte und drei verschiedene Träger verdeutlichen seine sehr wechselvolle Geschichte, die zu einer einzigartigen Gartenanlage mit einem eigenen Profil geführt hat.
Was macht ihn denn so besonders? Da ist zuerst die große Anzahl einheimischer Pflanzenarten, die in der Natur nachempfundenen Lebensgemeinschaften gezeigt werden. Wir finden die häufigsten Mischwald-Gesellschaften wie Buchen- und Eichen-Hainbuchen-Wälder sowie Pflanzengesellschaften, die extreme Trockenstandorte besiedeln. Der regionale Bezug ist im Botanischen Garten sehr betont, es werden z. B. Pflanzen der Schwanheimer Düne, des Berger Hangs oder der Basaltmagerrasen der Wetterau gezeigt. Ein weiterer Schwerpunkt sind die vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten, die auf den „Roten Listen“ geführt werden. Über 500 davon sind im Botanischen Garten zu finden und an den roten Schildern leicht zu erkennen. Hierzu werden verschiedene Erhaltungskulturen durchgeführt und anschaulich auf eigens dafür hergerichteten Beeten demonstriert und erklärt. Hierbei geht es nicht nur um Wild-, sondern auch um Kulturpflanzen, sind diese doch für unsere Gärten häufig in wertvollen gärtnerischen Sorten wiederzufinden.

Der Botanische Garten lädt Sie ein, die verschiedensten Pflanzenschätze zu entdecken und bietet dafür u. a. zahlreiche Führungen an, die kostenlos sind. Seine Bedeutung in der Natur- und Umweltbildung für die Bevölkerung, vom Kindergartenkind über Schüler:innen bis zum erwachsenen Menschen, hat noch mehr zugenommen, seitdem er ein städtisch geführter Garten ist.

Der 2001 gegründete Freundeskreis des Botanischen Gartens e.V. bietet darüber hinaus die Möglichkeit zu aktiver Unterstützung des Gartenlebens und zu geselligen Zusammenkünften von Gartenbesitzern, Botanikern und Pflanzenliebhabern.

 

Öffnungszeiten
Vom letzten Sonntag im Februar bis Ende Oktober ist der Garten täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei. Im Winter ist der Botanische Garten geschlossen.
Montag – Samstag: 9.00 – 18.00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 9.00 – 13.00 Uhr
Abweichungen vorbehalten!
Mit Eintreten der Dunkelheit im Herbst wird der Garten geschlossen.

 

Adresse und Anfahrt
Botanischer Garten Frankfurt am Main
Siesmayerstr. 72
60323 Frankfurt am Main
info@botanischergarten-frankfurt.de
www.botanischergarten-frankfurt.de

 


Bis 31.10.2021 im Botanischen Garten Frankfurt am Main 

Pflanzen können viel schneller und weiter reisen, als es ihre natürlichen Ausbreitungsmechanismen zulassen. Wie? - Mit Hilfe des Menschen und den modernen Transportmitteln überwinden Pflanzen spielend natürliche Barrieren. Die unbeabsichtigt eingebrachten Pflanzenarten finden häufig in urbanen Lebensräumen einen neuen Standort. Aber auch in natürlichen und naturnahen Lebensräumen breiten sich einige Arten aus.

Wie reisen Pflanzen? Welche Eigenschaften lassen Pflanzen invasiv werden? Welche Bedeutung haben Botanische Gärten, aber auch Privatgärten für die Ausbreitung von Neophyten? In unserer Aktionswoche beschäftigen wir uns mit dem spannenden Thema rund um biologische Invasionen. 

Eine Ausstellung mit 14 Thementafeln erklärt alles Wissenswerte über Reisewege und Pflanzeneigenschaften. Rund 35 Pflanzensteckbriefe stellen die "Neuen Wilden" vor. In einer Ausstellungsbroschüre können alle Ausstellungstexte plus zwei Gastbeiträge nachgelesen werden. Das Heft können Sie zum Preis von 8,- € zzgl. (im Botanischen Garten bei der Gartenaufsicht oder in der Verwaltung, im Palmengarten an den Kassen) erwerben. 

Eine Ausstellung des Verbandes Botanische Gärten e.V. 

 

 


Der Frankfurter Künstler Achim Ripperger zeigt im Botanischen Garten Skulpturen seines neuen Zyklus „Edenmenschen“.

Die Skulpturen haben einen besonderen Bezug zu Palmengarten und Botanischem Garten: Zum einen diente als Material für mehrere Arbeiten ein gefällter Ahorn aus dem Palmengarten. Zum anderen reiht sich die Schau ein in die neue Programmatik der beiden Gärten, die erstmals im Jubiläumsjahr des Palmengartens auf ein Leitthema gründet: „Blüten- und Bestäuberökologie“.

Mit der Motorsäge schnitt Ripperger Figur um Figur, mal liegend, mal stehend, mal einzeln, mal als Paar. All seine „Edenmenschen“ sind mit Schlitzen und Löchern versehen, die Insekten und anderen Kleintieren als Bruthöhle und Unterschlupf dienen – und damit gleichzeitig das Thema „Blüten- und Bestäuberökologie“ aufgreifen. Im letzten Arbeitsschritt versieht Ripperger seine Figuren mit weißer Farbe, so dass sie an klassische Steinskulpturen erinnern. Ein „Edenmensch“ ist sogar fest im Botanischen Garten verwurzelt – Ripperger hat ihn aus einem abgängigen Trompetenbaum herausgearbeitet.

Die „Edenmenschen“ sollen moderne Heiligen-Figuren sein, die nicht in Kirchen, sondern in Gärten stehen. In ihren Öffnungen können Insekten eine Heimat finden und zugleich der Figur zur Lebendigkeit und Ganzheitlichkeit verhelfen, Kunst und Natur verschmelzen im „Edenmenschen“ miteinander. „Mit meinen Skulpturen will ich zeigen, dass das Paradies für uns Menschen keine Utopie ist, sondern tatsächlich erreichbar durch ein bewusstes Sein im Hier und Jetzt. Wir müssen uns als Teil des Ganzen begreifen, um für eine friedliche Welt zu sorgen – für all das steht der ‚Edenmensch‘“, sagt Achim Ripperger.

Die Skulpturen werden bis zum Ende der Gartensaison am 31. Oktober im Botanischen Garten zu sehen sein.

 

 


Die offizielle App des Botanischen Gartens Frankfurt am Main mit 30 Audioguide Texten und 143 bebilderten Pflanzenporträts zum Senckenbergischen Arzneipflanzengarten.

In diesem Bereich des Gartens werden die Pflanzen in 13 Hochbeeten präsentiert, die jeweils ein Verwendungsgebiet wie z. B. „Blutkreislauf“, „Atemwege“ oder „Grüne Soße“ beschreiben. Die Pflanzenporträts liegen nun auch in gedruckter Form als bebildertes Taschenbuch vor. Dieses kann im Botanischen Garten erworben werden.

 

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