Pflanzen. Leben. Kultur.

Pflanzen. Leben. Kultur. Wir über uns

„Pflanzen, Leben, Kultur“ lautet seit 1997 das Motto des Palmengartens, das auch im Signet die unangefochtene Besonderheit dieses Gartens markiert. Seit seinen Anfängen ist die Frankfurter Traditionseinrichtung ein Ort, an dem es Pflanzen aus allen Teilen der Welt zu entdecken gibt – und zugleich ein Hort der Muse und Musik, der Erholung und anspruchsvollen Geselligkeit, wie schon das Herzstück des Gartens, das historische Gesellschaftshaus mit seiner „Flora“, dem prächtigen Palmenhaus, verriet.

In den mehr als 140 Jahren seines Bestehens hat der einst von Bürgern für Bürger geschaffene Park im Frankfurter Westend eine vielfältige Entwicklung durchgemacht, wie in der Geschichte des Palmengartens nachzulesen ist. So wurde er mehrfach erweitert und immer wieder modernisiert, seine pflanzlichen Schätze und historischen Sammlungen wie Palmen, Orchideen oder Azaleen wurden sorgsam gepflegt und stetig vermehrt. Bis heute ist Frankfurts Hortus Palmarum daher weithin einmalig in seiner Struktur als städtische Grünfläche, Bildungseinrichtung und Veranstaltungsort für alle Sparten der Kultur – und natürlich als botanischer Schaugarten mit über 13.000 subtropischen und tropischen Arten, die in verschiedenen Themengärten und in den nach Vegetationstypen gegliederten Schauhäusern präsentiert werden. An einen wissenschaftlich geleiteten Pflanzenhort und eine großstädtische Oase werden heute freilich ganz andere Ansprüche gestellt als in den Gründer- und Aufbaujahren unter dem charismatischen Gartenschöpfer Heinrich Siesmayer und seinen Nachfolgern.

In Zeiten der Finanzknappheit muss der seit 1931 städtische Garten daher immer aufs Neue seine spezifischen Aufgaben überdenken und aktuelle Entwicklungen verfolgen, um die gewachsenen Strukturen in die Gegenwart und Zukunft zu retten. Wie andere Institutionen braucht der Palmengarten dabei mehr denn je Freunde, Förderer und Sponsoren, die neue Projekte ebenso wie den Erhalt bewährter Anlagen ermöglichen. Dabei gilt es vermehrt, auch stabile Netzwerke und Kooperationen aufzubauen. Dem Palmengarten ist dies bisher gelungen. So ist er als wissenschaftlich geleitete Einrichtung seit Jahrzehnten schon Mitglied im Verband der Botanischen Gärten Deutschlands, ebenso in dem globalen Zusammenschluss „Botanic Gardens Conservation International“ (BGCI). Hinzu kommen Mitgliedschaften in nationalen wie internationalen Pflanzen-Gremien wie der Gesellschaft der Rosenfreunde oder der Orchideen- und der Bambusgesellschaft.

Auf regionaler Ebene engagiert sich der Garten im Netzwerk „Bio Frankfurt“. Darin sind 16 Institute aus Forschung, Bildung, Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit vereint, um sich gemeinsam für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen und ihr Wissen und ihre Erfahrung an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Eine Partnerschaft mit dem Zoologischen Garten und dem Senckenberg-Museum bündelt die Bemühungen dieser drei Frankfurter Traditionseinrichtungen um den Schutz der biologischen Vielfalt. Neben der Pflege seiner Bestände unterhält der Palmengarten nicht nur einen internationalen Samentausch mit allen Botanischen Gärten der Welt, sondern auch ausgewiesene Erhaltungskulturen, z. B. für Notokakteen, Weltwitschia mirabilis und Bromelien.

Als Pioniertat wurde seinerzeit die 1980 gegründete „Grüne Schule Palmengarten“ gewürdigt, die zum Vorbild ähnlicher Einrichtungen in ganz Deutschland wurde. Dem pädagogischen Angebot für Schüler, Studenten und Lehrer folgte 2009 das ebenfalls zukunftsweise Projekt „Kinder im Garten“, das in Zusammenarbeit mit Frankfurter Kindertagesstätten auch die jüngste Generation schon frühzeitig für die Welt der Pflanzen begeistern soll.

Die nach langwierigen Bemühungen 2010 ins Leben gerufene „Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten“ ist ein Meilenstein im Bestreben, diese zwei mit der Geschichte der Wissenschaftsstadt Frankfurt eng verbundenen Institutionen für die Zukunft zu sichern. So kann der benachbarte Botanische Garten, der seit 1914 der Goethe-Universität angeschlossen war, mit der Übergabe in städtische Regie vor der drohenden Auflösung gerettet werden. Die Stiftung ermöglicht es nun beiden Gärten mit über 18.000 Pflanzenarten aus allen Kontinenten der Erde, ihre jeweilige Struktur zu erhalten und ihre Aktivitäten zu bündeln. Zugleich ermöglicht ihnen die Stiftung, über Spenden und Legate neue Projekte zu finanzieren. So bleibt Frankfurts historisches Grün weiterhin ein Hort wertvoller botanischer Sammlungen, ein von hochinteressierten Besuchern bevölkerter Park und ein Ort lebendiger Kultur und Bildung nach dem Motto „Botanik für alle“.

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